Einführung

Wenn eine Verfassung so etwas ist wie eine „Liebeserklärung an ein Land“ (Heribert Prantl), dann ist die Bayerische Verfassung mit ihrem Bekenntnis zu Kindern als „köstlichstes Gut eines Volkes“ zugleich auch eine Liebeserklärung an die Kinder in unserem Land. Welche Bedeutung aber kommt diesem Verfassungssatz heute, knapp 70 Jahre nach seiner Entstehung, noch zu? Erschöpft sich sein Gehalt in rechtlich unverbindlicher Verfassungslyrik, oder ist ihm – vielleicht sogar mehr als ursprünglich beabsichtigt – die Kraft immanent, Leitlinie eines gesellschafts- und rechtpolitischen Diskurses zu sein? Und was bedeutet es, wenn das Grundgesetz sich einer solchen Liebeserklärung enthält, obgleich in den letzten 20 Jahren gleich mehrere andere Staatsziele Eingang in die Verfassung und die von ihr geschützte Wertordnung gefunden haben?

Welche Stellung sollen Kinder in unserer Gesellschaft heute einnehmen, wie ist es um ihren Schutz, ihre Förderung und ihre Beteiligung bestellt? Wo besteht Bedarf, die Rechtsordnung dem gesellschaftlichen Wandel anzupassen, vor allem auch auf verfassungsrechtlicher Ebene? Welche Rolle kann dem Freistaat Bayern hierbei ggf. zukommen?

Wir laden Sie herzlich ein, diesen Fragen nachzuspüren – für eine gute Zukunft der Kinder in unserem Land.